Dieses Armband-Lexikon erklärt 73 Begriffe aus Produktangeboten und Größentabellen in sechs Gruppen: Armbandarten, Kettenmuster, Verschlüsse, Materialien und Oberflächen, Kordeln und Knoten sowie Größenbegriffe. Jeder Eintrag beginnt mit einer Definition in einem Satz, ergänzt bei Bedarf einen praktischen Hinweis und verlinkt den ausführlichen Ratgeber zum Thema. Du kannst einzelne Einträge direkt aufrufen oder teilen, zum Beispiel den Eintrag „Panzerkette“.
Direkt zu einer Gruppe:
- Armbandarten (13 Begriffe)
- Kettenmuster (10 Begriffe)
- Verschlüsse (13 Begriffe)
- Materialien und Oberflächen (20 Begriffe)
- Kordeln und Knoten (7 Begriffe)
- Größenbegriffe (10 Begriffe)
Armbandarten
Die Namen beschreiben Form oder Aufbau. Mehrere können zugleich auf ein Armband zutreffen, etwa auf ein Wickelarmband aus Kordel mit Perlen. Die wichtigsten Formen zeigt dir unsere bebilderte Armbandübersicht.
Armband (Bracelet)
Ein Armband ist ein schmückendes Band oder eine Kette um Handgelenk oder Arm, unabhängig davon, ob es flexibel oder starr ist. Auch ein Männerarmband heißt einfach Armband. Eine Form- oder Aufbauangabe wie Armreif oder Kette macht den Namen genauer. Siehe Wie nennt man ein Männerarmband?
Armreif (Bangle)
Ein Armreif ist ein starres Armband, das seine Form am Handgelenk behält: als geschlossener Ring zum Überstreifen über die Hand oder als Scharniermodell mit Öffnungsverschluss. Ein geschlossener Armreif muss über die Hand passen. Deshalb zählen seine Innenmaße genauso wie dein Handgelenkmaß. Siehe Armreifen für Männer.
Armspange (Cuff Bracelet)
Eine Armspange ist üblicherweise ein offenes C-förmiges Band, das durch die Lücke zwischen seinen Enden ans Handgelenk gelangt. Diese Lücke ist keine Verstellfunktion. Biege die Spange deshalb nicht weiter auf oder enger, sofern ihre Anleitung das nicht erlaubt. Siehe Armspangen für Männer und Armband, Armreif und Armspange im Vergleich.
Kettenarmband (Chain Bracelet)
Ein Kettenarmband ist ein flexibles Band aus verbundenen Metallgliedern mit einem Verschluss. Der Mustername, etwa Panzer oder Figaro, beschreibt die Glieder, nicht das Metall oder den Verschluss. Siehe Kettenarmbandarten erklärt.
Gliederarmband (Link Bracelet)
Gliederarmband ist ein weiter Begriff für Armbänder aus verbundenen Teilen, von Ketten aus Schlaufen bis zu beweglichen Bändern aus dekorativen Formen mit Gelenkverbindungen. Er benennt kein bestimmtes Muster. Prüfe deshalb Form und Verbindung der Teile sowie die Öffnung des Armbands. Siehe Was Gliederarmband bedeutet.
Kordelarmband (Cord Bracelet)
Ein Kordelarmband besteht zu einem wesentlichen Teil aus flexibler Textilkordel: als einzelner Strang mit Schiebeknoten, mehrere Kordeln an einem Verschluss oder zu einem Band geflochtene beziehungsweise geknotete Kordeln. Ein Seilarmband ist meist eine dickere, seilartige Variante, oft mit Anker, Haken oder Schäkelbeschlag. Im Handel werden die Namen aber nicht einheitlich verwendet. Siehe Kordel- und Seilarmbänder.
Perlenarmband (Beaded Bracelet)
Ein Perlenarmband besteht aus einzelnen Schmuckperlen, meist auf Elastikfaden, Textilkordel oder flexiblem Schmuckdraht, wobei manche Designs Perlen miteinander verweben oder durch Metallglieder verbinden. Der Begriff beschreibt den Aufbau, nicht das Perlenmaterial. Frage deshalb, woraus die Schmuckperlen bestehen. Siehe Perlenarmbänder für Männer.
Wickelarmband (Wrap Bracelet)
Ein Wickelarmband ist ein langes Band oder eine Kordel, die vor dem Schließen mehrmals ums Handgelenk läuft. Mehrere kurze Stränge mit gemeinsamen Endbeschlägen können von oben gleich aussehen. Jeder dieser Stränge läuft aber nur einmal herum. Siehe Lederwickelarmbänder.
Identitätsarmband (ID Bracelet)
Ein Identitätsarmband hat eine Platte für identifizierende Angaben, etwa den Namen des Trägers, meist zwischen zwei Kettenabschnitten. Ein medizinisches Identitätsarmband trägt mit deinem Behandlungsteam abgestimmte Gesundheitsinformationen. Lesbarkeit geht dabei vor Dekoration. Siehe Identitätsarmbänder und medizinische Identitätsarmbänder.
Tennisarmband
Ein Tennisarmband ist eine flexible, ums Handgelenk laufende Reihe einzeln gefasster Diamanten oder anderer Edelsteine. Der Armbandratgeber von Jewelers of America empfiehlt einen Verschluss mit einer zweiten Sicherung, damit das Stück beim Öffnen des Hauptverschlusses nicht verloren geht. Der Name bezeichnet einen Schmuckstil. Er bedeutet nicht, dass das Armband fürs Tennisspielen gedacht ist. Siehe Tennisarmbänder für Männer.
Bettelarmband (Charm Bracelet)
Ein Bettelarmband ist eine Kette mit kleinen angehängten Schmuckanhängern, die über die Jahre ergänzt werden können, wie der Armbandratgeber von Jewelers of America beschreibt. Möchtest du eine zusätzliche Verbindung, prüfe, ob eine für dein genaues Modell vorgesehene Sicherheitskette auch lose Anhänger auf dem Armband hält, wenn sich der Verschluss öffnet. Siehe Sicherheitsketten an Armbändern.
Makrameearmband
Ein Makrameearmband hat ein aus wiederholt verknoteten Kordeln oder Fäden gebildetes Band. Bei manchen Stücken ist nur eine kurze geknotete Hülse auf der Rückseite aus Makramee und dient als Schiebeverschluss. Sieh deshalb beide Seiten an. Siehe Makrameearmbänder.
Paracord-Armband
Ein Paracord-Armband besteht aus Schnur nach Art von Fallschirmleine, oft zu einem breiten Band geknotet und mit einer Schnalle geschlossen. Die Bezeichnung Survival oder die Zahl 550 im Produkttitel bezieht sich auf die Schnur, nicht auf eine Traglast des Armbands oder seiner Schnalle. Siehe Paracord-Armbänder.
Kettenmuster
Die Namen beschreiben Form und Verbindung der Glieder. Es sind Handelsbezeichnungen. Zwei gleich benannte Ketten können sich deshalb in Breite, Dicke und Oberfläche unterscheiden.
Ankerkette (Cable Chain)
Eine Ankerkette besteht aus offenen runden oder ovalen Gliedern, deren Ausrichtung abwechselt, sodass du eine Schlaufe durch die nächste verfolgen kannst. Die englische Bezeichnung Cable Bracelet kann auch ein Band aus verdrilltem Drahtseil meinen. Das ist ein anderer Aufbau. Siehe Kettenarmbandarten erklärt.
Panzerkette (Curb Chain)
Eine Panzerkette besteht aus gleichartigen ineinandergreifenden Gliedern, die flach und eng beieinander liegen, wie der Kettenratgeber von Jewelers of America beschreibt. Flach meint die Lage der Kette, nicht ihre geringe Dicke. Prüfe deshalb auch das Seitenprofil. Siehe Panzerkettenarmbänder.
Cuban-Link-Kette
Eine Cuban-Link-Kette hat eng aneinanderliegende ovale Glieder und ist eine dichtere Verwandte der Panzerkette. Angebote verbinden die Namen teilweise zu Cuban Curb. Vergleiche deshalb tatsächliche Gliederabstände und Dicke. Siehe Cuban-Link-Armbänder.
Figarokette
Eine Figarokette wiederholt eine Gruppe kurzer Glieder mit anschließendem länglichem Glied. Drei kurze auf ein langes Glied sind verbreitet, aber es gibt andere Verhältnisse. Zähle deshalb eine vollständige Musterfolge am betrachteten Armband. Siehe Figarokettenarmbänder.
Venezianerkette (Box Chain)
Eine Venezianerkette besteht aus kantigen, eckigen Gliedern mit einem wiederkehrenden kästchenartigen Erscheinungsbild. Box Chain und Box Clasp meinen Verschiedenes: das Kettenmuster und den Kastenverschluss. Siehe Kettenarmbandarten erklärt.
Seilkette (Rope Chain)
Eine Seilkette ist eine Metallkette, deren verschlungene Glieder eine Spirale wie ein gedrehtes Seil bilden. Sie ist kein textiles Seilarmband. An der Spirale allein erkennst du außerdem nicht, ob die Glieder massiv oder hohl sind. Siehe Kettenarmbandarten erklärt.
Ährenkette (Wheat Chain)
Eine Ährenkette ist eine verflochtene Kette, deren Glieder wie ein Geflecht statt wie eine einzelne Spirale aussehen. Auf kleinen Fotos kann sie Seil- oder Francoketten ähneln. Bitte deshalb um Seitenansichten des genauen Stücks. Siehe Kettenarmbandarten erklärt.
Schlangenkette (Snake Chain)
Eine Schlangenkette besteht aus dicht aneinandergefügten gebogenen Plättchen oder Ringen, die eine flexible röhrenartige Kette mit feiner schlangenhautähnlicher Oberfläche bilden. Knicke sie nicht scharf. Überlasse einen Knick oder steifen Abschnitt einer Reparaturfachperson. Siehe Kettenarmbandarten erklärt.
Königskette (Byzantine Chain)
Eine Königskette hat ein aufwendiges Muster miteinander verbundener Ringe in wiederkehrenden, geschichteten Gruppen und wird flach oder rund gearbeitet. Der Name beschreibt einen Stil, nicht Alter oder Herkunft des Armbands. Siehe Kettenarmbandarten erklärt.
Francokette
Eine Francokette besteht aus ineinander verflochtenen Panzerketten und kann einen eckigen Umriss haben. Prüfe mehr als eine Seite. Franco-, Ähren- und Venezianerketten lassen sich in einer einzigen Draufsicht leicht verwechseln. Siehe Kettenarmbandarten erklärt.
Verschlüsse
Ein Verschlussname erklärt die Art des Öffnens und Schließens. Probiere den tatsächlichen Mechanismus mit der Hand, die du benutzen wirst. Der Name verrät nicht, wie leicht er dir fällt.
Karabinerverschluss (Lobster Clasp)
Ein Karabinerverschluss hat einen kleinen Hebel, der ein Verschlussteil nach innen schwenkt, während eine Feder es beim Loslassen wieder um den Aufnahmering schließt. Federt es nicht mehr zu, trage das Armband nicht weiter und lass den Verschluss prüfen. Siehe Armbandverschlussarten mit Bildern.
Federringverschluss (Spring Ring Clasp)
Ein Federringverschluss ist ein kleiner runder Verschluss, dessen Öffnungssegment beim Ziehen eines winzigen Hebels in den Ringkörper gleitet. Diese Schiebebewegung unterscheidet ihn vom Karabinerverschluss mit schwenkendem Verschlussteil. Siehe Armbandverschlussarten mit Bildern.
Knebelverschluss (Toggle Clasp)
Ein Knebelverschluss schließt, indem ein Stab längs durch einen Ring geführt wird und anschließend quer darüber liegt. Zum Durchführen brauchst du etwas Spiel. Prüfe die Passform deshalb bei geschlossenem Verschluss. Siehe Armbandverschlussarten mit Bildern.
Kastenverschluss (Box Clasp)
Ein Kastenverschluss hat ein Gehäuse, in das die Zunge des anderen Endes einrastet und sich durch Drücken der Entriegelung wieder löst. Manche Ausführungen haben eine zusätzliche Sicherung. Lass dir dann beide Bewegungen zeigen. Siehe Armbandverschlussarten mit Bildern.
Magnetverschluss
Ein Magnetverschluss führt die beiden Enden durch magnetische Anziehung zusammen, manchmal mit einem zusätzlichen Schiebeteil oder einer Verriegelung. Hast du einen Herzschrittmacher, ICD oder ein anderes implantiertes Gerät, prüfe vor der Magnetwahl dessen Hinweise. Siehe Magnet-, Schraub-, Clip- und Karabinerverschlüsse im Vergleich.
Schraubverschluss
Ein Schraubverschluss schließt über ein Gewinde, meist in Form zweier von Hand verschraubbarer Tonnenhälften, wobei manche Designs Werkzeug brauchen. Ein Bajonettverschluss kann ähnlich aussehen, schließt aber durch Drücken und Drehen. Kläre deshalb vor dem Drehen, welchen du hast. Siehe Schraubverschlüsse erklärt.
Hakenverschluss
Ein Hakenverschluss schließt, indem ein hakenförmiger Beschlag in eine Schlaufe oder einen Ring am anderen Armbandende greift. Prüfe, was den Haken bei Bewegung eingehängt hält und ob seine Spitze am Ärmel hängen bleibt. Siehe Maritime Seilarmbänder.
Klappverschluss (Fold-over Clasp)
Ein Klappverschluss hat einen mit Scharnier verbundenen Abschnitt, der zum Schließen in seine Verschlussposition geklappt wird. Die Bezeichnungen Clip oder Snap können einen Klappverschluss, Kastenverschluss oder eine andere Verriegelung meinen. Frage nach. Siehe Karabiner- und Clipverschlüsse erklärt.
Schiebeknoten
Ein Schiebeknotenverschluss verändert den Umfang eines Kordelarmbands, indem die Kordel durch einen während der Nutzung gebunden bleibenden Knotenbereich gleitet. Lass die Enden unbeschädigt. Abschneiden kann einen Endanschlag entfernen oder den Verschluss beschädigen. Siehe Schiebeknotenverschlüsse.
Elastisches Armband (Stretch Bracelet)
Bei einem geschlossenen elastischen Armband ohne Öffnungsverschluss dehnt sich der Strang, damit der Ring über die Hand passt. Am Handgelenk kehrt er zur Ruhegröße zurück. Beurteile die Passform in dieser Ruhegröße, nicht im gedehnten Zustand. Siehe Passform bei Perlenarmbändern: Elastikfaden oder Kordel.
Zusatzsicherung (Safety Catch)
Eine Zusatzsicherung ist eine zweite Verriegelung am Verschluss, die beim Öffnen des Hauptverschlusses einen Verlust verhindern soll. Sie ist eine Absicherung, keine Lösung für einen Hauptverschluss, der sich unerwartet öffnet. Siehe Tennisarmbänder für Männer.
Sicherheitskette
Eine Sicherheitskette ist eine kurze Kette zwischen beiden Seiten des Hauptverschlusses, die das Armband bei geöffnetem Verschluss verbunden hält, sofern beide Befestigungen halten. Sie ist keine Verlängerungskette: Diese ergänzt Länge statt einer zweiten Verbindung. Siehe Sicherheitsketten an Armbändern.
Verlängerungskette
Eine Verlängerungskette ist ein kurzes Kettenstück am Verschlussende, das mehrere Einhängepositionen bietet. Prüfe die Abstände zwischen den Positionen und wie das ungenutzte Kettenende hängt. Siehe Verstellbare Armbänder.
Materialien und Oberflächen
Materialbegriffe beschreiben das darunterliegende Metall oder Leder und eine mögliche Oberfläche darüber. Das sind getrennte Fragen. Kläre, worauf sich jeder Begriff bezieht, auch beim Verschluss.
Edelstahl 316L
316L ist ein kohlenstoffarmer Edelstahl mit Chrom, Nickel und Molybdän; das L steht für niedrigen Kohlenstoffgehalt, nicht für wenig Nickel. Er enthält Nickel und ist nicht nickelfrei. Die Sorte beschreibt außerdem weder eine Beschichtung noch den Verschluss. Siehe Was Edelstahl 316L ist.
Edelstahl 304
304 ist ein Chrom-Nickel-Edelstahl ohne den für 316 kennzeichnenden Molybdänanteil. Er ist in chloridhaltigen, also salzhaltigen, Umgebungen weniger widerstandsfähig gegen Loch- und Spaltkorrosion als 316. Darin liegt der Hauptvorteil von 316L gegenüber 304. Siehe Edelstahl 316L und 304 im Vergleich.
Chirurgenstahl (Surgical Steel)
Chirurgenstahl ist eine unscharfe Bezeichnung, die allein weder Legierung noch Materialspezifikation noch die Belege dafür benennt. Implantatstahl wird durch Normen wie ASTM F138 (UNS S31673) definiert. Die Wörter 316L oder Chirurgenstahl in einem Angebot zeigen allein nicht, dass ein Armband eine solche Norm erfüllt. Siehe Ist 316L Chirurgenstahl?
Titan
Titan wird bei Armbändern vor allem wegen seiner deutlich geringeren Dichte gegenüber Edelstahl eingesetzt: Die Royal Society of Chemistry nennt für das Element Titan 4,506 g/cm³, das Supra-Datenblatt von Outokumpu für dessen 316L dagegen 8,0 g/cm³. Deshalb können Titanarmbänder leichter sein. Der Name nennt aber weder Sorte noch Kratzfestigkeit oder Verschlussmaterial. Vergleiche deshalb die fertigen Gewichte. Siehe Edelstahl- und Titanarmbänder im Vergleich.
Sterlingsilber (925)
Sterlingsilber ist eine Legierung aus 92,5 % Silber und 7,5 % anderen Metallen, häufig Kupfer, und ein 925-Stempel behauptet diesen Feingehalt. Es kann anlaufen. Zu unterscheiden ist es von einer Versilberung, also einer Silberschicht auf einem Grundmetall. Siehe Armbänder aus Sterlingsilber.
Karat beim Goldgehalt (Karat)
Karat (k oder kt) bezeichnet den Goldanteil einer Legierung auf einer Skala mit 24 Teilen: 18k entspricht 75 % Gold, 14k etwa 58,3 % und wird manchmal mit 585 gestempelt. Es misst nicht die Dicke einer Beschichtung. Davon zu unterscheiden ist das ebenfalls Karat genannte Edelsteingewicht von 0,2 Gramm pro Karat, im Englischen Carat. Siehe Was 925, 316L und 14k bedeuten.
Massives Gold (Solid Gold)
Die englische Angabe Solid Gold bedeutet, dass ein Goldgegenstand nicht hohl ist. Sie bedeutet nicht reines Gold mit 24 Karat. Frage deshalb direkt, ob die Glieder hohl sind. Siehe Massivgold, Vermeil, Vergoldung und Gold-Filled erklärt.
Vergoldet (Gold-plated)
Vergoldet beschreibt eine Schicht aus Gold oder Goldlegierung auf einem anderen Material. Sie trägt sich je nach Nutzung und Dicke mit der Zeit ab. Gold Electroplate ist die englische Bezeichnung für eine galvanisch aufgebrachte Goldschicht. Siehe Warum vergoldeter Schmuck verblassen kann.
Gold-Filled
Gold-Filled-Schmuck hat eine mechanisch aufgebrachte Goldlegierungsschicht auf einem Grundmetall. Diese Schicht ist deutlich dicker als eine gewöhnliche Vergoldung. Trotz des Namens sitzt das Gold außen, nicht im Inneren. Siehe Gold-Filled erklärt.
Vermeil
Vermeil ist mit Gold beschichtetes Sterlingsilber. Frag nach Karat und Dicke der Goldschicht. Siehe Vermeil erklärt.
PVD- und IP-Beschichtung
PVD (Physical Vapor Deposition, physikalische Gasphasenabscheidung) bezeichnet eine Gruppe von Vakuumbeschichtungsverfahren, zu der IP (Ion Plating) gehört. IP und PVD sind deshalb keine konkurrierenden Oberflächen. Keiner der Begriffe nennt das Beschichtungsmaterial: Eine goldfarbene PVD-Oberfläche kann echtes Gold enthalten oder auch nicht. Goldfarben beschreibt nur die Farbe. Siehe Goldfarbener Stahl, PVD und IP.
Rhodinierung (Rhodium Plating)
Eine Rhodinierung ist eine Oberflächenschicht aus Rhodium; Weißgold und auch manche Silberschmuckstücke werden häufig damit beschichtet. Gehe nicht davon aus, dass du eine beschichtete Oberfläche zu Hause wie das unbeschichtete Metall darunter polieren oder erneuern kannst. Siehe Armbänder aus Sterlingsilber.
Amtliche Punze (Hallmark)
In Ländern mit amtlicher Punzierung ist eine Hallmark eine Kennzeichnung, die ein Prüfinstitut nach unabhängiger Metallprüfung anbringt. Ein einzelner Feingehaltsstempel wie 925 oder 14K gibt dagegen an, welchen Metallgehalt der Anbieter beansprucht. Frage bei der Angabe Hallmarked deshalb, welche Stelle die Kennzeichnung angebracht hat. Siehe Stempel und Punzen.
Vollnarbenleder (Full-grain Leather)
Vollnarbenleder behält seine ursprüngliche Narbenoberfläche ohne korrigierendes Schleifen oder Anschleifen. Der Begriff beschreibt die Oberfläche, nicht die gesamte Hautdicke, und legt allein keine Lebensdauer fest. Siehe Lederqualitäten bei Armbändern.
Top-grain-Leder
Top-grain bezeichnet die obere Schicht einer Haut, wird von Anbietern aber weit gefasst sowohl für Vollnarbenleder als auch für korrigiertes, geschliffenes Narbenleder verwendet. Weil der Gebrauch unterschiedlich ist, frage, ob die Oberfläche geschliffen oder angeschliffen wurde. Siehe Lederqualitäten bei Armbändern.
Lederfaserstoff (Bonded Leather)
Lederfaserstoff ist ein Verbund aus zerkleinerten Lederfasern, Bindemittel und weiteren Bestandteilen, der neu geformt wird, kein unversehrtes Stück Haut. Die Bezeichnung Echtleder sagt dagegen nur, dass es sich um echtes Leder handelt. Eine Qualitätsstufe nennt sie nicht. Siehe Lederqualitäten bei Armbändern.
Veloursleder und Nubuk (Suede and Nubuck)
Nubuk ist zu einer samtigen Oberfläche angeschliffenes Leder mit weiterhin sichtbarem Narbenbild; Veloursleder ist Leder oder Spaltleder, dessen Nutzfläche zu einem samtartigen Flor zugerichtet wurde. Eine hellere oder dunklere Stelle kann an einer anderen Florrichtung liegen statt an einem Fleck. Siehe Armbänder aus Veloursleder und Nubuk.
Pflanzlich und chromgegerbtes Leder
Pflanzlich gegerbtes Leder wird mit pflanzlichen Gerbstoffen stabilisiert, chromgegerbtes Leder mit Chrom(III)-Salzen. Pflanzlich bezeichnet nur die Gerbstoffe. Das Leder bleibt tierische Haut. Keine Methode ist automatisch eine bessere Wahl. Siehe Pflanzlich und chromgegerbtes Leder im Vergleich.
Veganes Leder
Veganes Leder ist ein lederähnliches Material ohne tierische Bestandteile, häufig eine PU- (Polyurethan-) oder PVC-Beschichtung auf textilem Träger. Vegan bedeutet weder kunststofffrei noch biologisch abbaubar oder haltbar. Auch pflanzenbasierte Varianten können Polymerschichten enthalten. Siehe Armbänder aus veganem Leder.
Hämatit
Hämatit ist ein Eisenoxidmineral (Fe2O3), das zu dunklen, metallisch wirkenden Schmuckperlen geschliffen und poliert werden kann. Natürlicher Hämatit kann schwach auf einen Magneten reagieren. Stark magnetische, als Hämatit verkaufte Perlen erwiesen sich bei einer Untersuchung in den GIA Gem News als künstlich hergestelltes Barium-Eisenoxid. Siehe Was Hämatit ist und natürlicher und magnetischer Hämatit.
Kordeln und Knoten
Die Begriffe beschreiben drei verschiedene Dinge: die Faser, die Herstellung der Kordel und den Aufbau des Armbands daraus. Knotennamen für Verschlüsse stehen unter Verschlüsse, beginnend mit dem Schiebeknoten.
Kordel (Cord)
Textilfachlich ist eine Kordel eine gedrehte oder geformte Struktur aus einem oder mehreren Filamenten, Strängen oder Garnen. Im Armbandhandel werden Kordel und Seil nicht einheitlich verwendet; ein fester Durchmesser trennt sie nicht. Siehe Kordel- und Seilarmbänder.
Paracord
Paracord ist eine Nylon-Fallschirmschnur mit Mantel-Kern-Aufbau, also einer äußeren Hülle um eine innere Schnur. Eine Schnurspezifikation beschreibt die Schnur selbst. Sie belegt nicht, dass die Knoten oder Schnalle eines Armbands eine angegebene Last tragen. Siehe Paracord-Armbänder.
Gewachste Baumwollkordel
Gewachste Baumwollkordel ist Baumwollkordel mit einer Wachsausrüstung: Baumwolle nennt die Faser, gewachst die Behandlung. Der Ausdruck verrät weder die vollständige Fasermischung noch die Wachsrezeptur. Ob das fertige Armband nass werden darf, musst du in seinen Pflegehinweisen nachlesen. Siehe Armbänder aus gewachster Baumwollkordel.
Nylon- und Polyesterkordel
Nylon, ein synthetisches Polyamid, und Polyester sind synthetische Kordelfasern, die beide abriebfest sind. Nylon ist für seine Elastizität und Rückstellfähigkeit bekannt. Polyester widersteht starker Sonne besser und nimmt weniger Feuchtigkeit auf als Nylon. Das sind Fasereigenschaften, keine Angaben dazu, wie schnell ein fertiges Armband trocknet oder ob es nass werden darf. Siehe Polyester- und Nylonkordel im Vergleich.
Marine Grade
Marine Grade ist eine Bezeichnung auf Seilarmbändern, die allein weder Faser noch Aufbau, Prüfergebnis oder Grenzen der Wassernutzung nennt. Frage deshalb nach Schnurhersteller, Produktname und Durchmesser. Auch bei Stahl lässt sich der Ausdruck leicht überdehnen: Selbst 316 kann in Meerwasser korrodieren. Siehe Was Marine Grade bedeutet und Edelstahl 316L und 304 im Vergleich.
Geflochtene Kordel
Eine geflochtene Kordel oder ein geflochtenes Band besteht aus Strängen, die sich in einer festen Folge kreuzen und oft diagonale Bahnen bilden. Ein rundes Geflecht kann einen Kern verbergen, den ein Außenfoto nicht zeigt. Siehe Gewebte, geflochtene oder geknotete Kordel.
Gewebtes Band
Ein gewebtes Band entsteht aus längs laufenden Kettfäden, die sich mit quer laufenden Schussfäden kreuzen, wie bei einem schmalen Stoffstreifen. Angebote nutzen gewebt auch locker für Kordelarbeiten. Frage deshalb, welchen Armbandteil das Wort beschreibt. Siehe Gewebte Armbänder.
Größenbegriffe
Ähnliche Zahlen können Unterschiedliches beschreiben: dein Handgelenk, das flach ausgelegte Armband oder seinen Innenraum. Das macht Größenbegriffe missverständlich. Prüfe vor dem Vergleich, welches Maß die Tabelle nutzt.
Handgelenkumfang
Der Handgelenkumfang ist die Strecke um dein unbedecktes Handgelenk an der gewünschten Trageposition, gemessen mit einem ohne Druck anliegenden flexiblen Maßband. Er ist ein Körpermaß, keine Armbandgröße. Siehe Das Handgelenk messen.
Armbandlänge
Armbandlänge oder fertige Länge ist das Endmaß des Armbands von einem Ende zum anderen, bei flexiblen Armbändern meist geöffnet und flach ausgelegt gemessen. Prüfe, ob Verschluss oder Verlängerung enthalten sind. Das Maß ist nicht der Innenraum des geschlossenen Armbands. Siehe Armbandlänge und Handgelenkumfang im Vergleich.
Innenumfang
Der Innenumfang ist die Strecke um den nutzbaren Raum im geschlossenen Armband. Dicke, Perlen und überlappende Verschlussteile können ihn gegenüber der flachen Länge verkürzen. Ein 19-cm-Armband kann innen deshalb weniger als 19 cm bieten. Siehe Armbandlänge und Handgelenkumfang im Vergleich.
Passformzugabe (Fit Allowance, Ease)
Eine Passformzugabe ist der zusätzliche Raum, den eine Größenmethode zum Handgelenkmaß hinzurechnet, damit das Armband bequem sitzt. Nutze nur die in der Herstellertabelle genannte Zugabe. Enthält die Tabelle sie bereits, würdest du sie mit einer eigenen Zugabe doppelt zählen. Siehe Deine Armbandgröße berechnen.
Innendurchmesser
Der Innendurchmesser ist die gerade Strecke durch einen runden Armreif von einer Innenkante zur gegenüberliegenden, ohne das Metall. Beim Kreis ist der Innenumfang π mal Durchmesser. Ein ovaler Armreif braucht aber zwei Innenmaße und ein geschlossener muss außerdem über die Hand passen. Siehe Armbandlänge und Handgelenkumfang.
Buchstabengrößen (S, M, L)
S, M, L und XL sind Verkäuferbezeichnungen, keine allgemeingültige Norm. Derselbe Buchstabe kann bei verschiedenen Herstellern unterschiedliche Längen bedeuten. Nutze die Zahlen in der Tabelle dieses Produkts. Siehe Größe und Passform.
Einheitsgröße (One Size)
Einheitsgröße bedeutet, dass ein Design in einer einzigen Größenoption angeboten wird. Es heißt nicht, dass es jedem Handgelenk passt oder verstellbar ist. Prüfe kleinste und größte Trageeinstellung und bei einem geschlossenen Ring, ob er über die Hand passt. Siehe Armbänder mit Einheitsgröße.
Verstellbereich
Der Verstellbereich ist die Größenspanne, die ein Schiebeknoten, Schieber oder eine Verlängerungskette ermöglicht. Frage, ob sie Handgelenkgrößen, Armbandlänge oder Öffnung beschreibt. Eine bloße Angabe von 16–21 cm lässt das offen. Siehe Verstellbare Armbänder.
Breite und Dicke
Breite beschreibt, wie viel Band entlang des Arms sichtbar ist, Dicke dagegen, wie hoch es über dem Handgelenk sitzt. Zwei gleich breite Armbänder können sehr unterschiedliche Seitenprofile haben. Vergleiche deshalb beides. Siehe Wie breit ein Männerarmband sein sollte.
Zentimeter und Millimeter
Armbandmaße stehen meist in Zentimetern oder Millimetern; 1 cm entspricht 10 mm. Die Einheit ändert nichts an der Passform: Entscheidend ist, was gemessen wurde. Siehe Ein Armband online in der richtigen Größe kaufen.
Hast du den Namen eines Armbands gefunden und möchtest Designs vergleichen, bietet die Übersicht der Armbandarten den ausführlichen Ratgeber zu jeder Form. Unter Größe und Passform erfährst du, wie du aus deinem Handgelenkmaß eine Bestellgröße ableitest.
Quellen
- Jewelers of America, Ratgeber zu Armbandstilen, geprüft am 18. Oktober 2026.
- Jewelers of America, Ratgeber zu Kettenstilen, geprüft am 18. Oktober 2026.
- ASTM International, ASTM F138-19: Spezifikation für umgeformte Edelstahlstäbe und -drähte mit 18 % Chrom, 14 % Nickel und 2,5 % Molybdän für chirurgische Implantate (UNS S31673), geprüft am 18. Oktober 2026.
- Royal Society of Chemistry, Titan: Elementinformationen, Eigenschaften und Verwendung, geprüft am 18. Oktober 2026.
- Outokumpu, Datenblatt der Supra-Reihe, geprüft am 18. Oktober 2026.
- GIA, Gems & Gemology, Herbst 2000 (Gem News), geprüft am 18. Oktober 2026.